DIE FORELLE

Verwandtschaft
Ansprüche

Körperbau
Geschichte der Forellenzucht
Forellenzucht

Vom Ei bis zum Speisefisch
Produktionsstandards


Verwandschaftsverhältnisse bei den Forellen

Die Forellen gehören zur Familie der Salmoniden, der Lachsartigen, die sich alle durch den Besitz einer kleinen Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse auszeichnen.
Die Familie der Salmoniden unterteilt sich wieder um in drei Unterfamilien: die Forellen und Lachse, die Renken und die Äschen.

Zu den Forellen und Lachsen zählen die folgenden Arten:
die Bachforelle

die Seeforelle

die Meerforelle
der atlantische Lachs
die marmorierte Forelle

der Huchen oder Donaulachs
 

der Seesaibling
 

der Bachsaibling

die Regenbogenforelle

Aufgrund des guten Wachstums und der vergleichsweise einfachen Aufzucht ist die Regenbogenforelle der typische Speisefisch in der Forellenzucht.
Sie ist nach neueren Erkenntnissen enger mit den pazifischen Lachsen verwandt, ursprünglich nur in Nordamerika beheimatet, seit 1882 in Europa eingebürgert - Herbst und Frühjahrslaicher. erreicht die Portionsgröße (um 350 g Lebendgewicht) bereits nach 1,5 Jahren.

und die pazifischen Lachse mit 6 verschiedenen Arten

Übrigens: die so genannte "Lachsforelle" ist keine eigene Art, sondern nichts anderes als eine Regenbogenforelle, die zumindest 600 g schwer ist (- meist ein Jahr älter als die Portionsforelle) und einen erhöhten Fettgehalt (8 %) aufweist eine große und deren Fleisch sich durch natürliche Carotinoide im Futter rot gefärbt hat. - der etwas höhere Fettgehalt und die ansprechende Färbung sind ideal für die Verwendung als Filet.

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Ansprüche

Forellen bevorzugen sauberes, kaltes und sauerstoffreiches Wasser. Sie sind kaltstenotherm, d.h. sie können nur in kalten und kühlen Gewässern überleben - ihr Temperaturoptimum liegt zwischen 8 und 18°C, die Obergrenze je nach Art zwischen 20°C und 28 °C. Forellen und Saiblinge sind wechselwarme Tiere, die sowohl in unseren Bächen und Flüssen, als auch in den Alpen- und Voralpenseen heimisch sind. Sie leben räuberisch und ernähren sich überwiegend von Insekten, Insektenlarven und Fischen.

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Körperbau der Forellen

Die Forellen haben einen lang gestreckten spindelförmigen Körper, der seitlich etwas zusammengedrückt ist. Die Haut der Forellen ist von zahlreichen sehr kleinen Rundschuppen bedeckt. Darüber befindet sich eine starke Schleimhaut, die den Fisch vor dem Befall mit Bakterien und Pilzen schützt.
Ein Knochenskelett mit Wirbelsäule und Rippen bzw. Bauchgräten stützt den Körper. Unverzweigte Zwischenmuskelgräten liegen rechts und links der Wirbelsäule in den vorderen beiden Dritteln der Rückenmuskelstränge.
Die Rumpfmuskulatur besteht überwiegend aus weißen Muskeln und ist sehr arm an Bindegewebe. Sie bildet den Hauptteil der essbaren Teile, die zwischen 60 und 75 % des Körpergewichtes ausmachen.
Die Forelle besitzt 2 Paar paarige Flossen (Brust- und Bauchflossen), 3 unpaare Flossen (Rücken-, Schwanz-, und Afterflosse) und die kleine Fettflosse ohne Flossenstrahlen.

Die Augen sind unabhängig voneinander beweglich und besitzen eine kugelförmige Linse. Sie spielen bei der Nahrungssuche eine wichtige Rolle.
Die vor den Augen liegenden Nasengruben sind 2-geteilt und stehen nicht in Verbindung mit der Mundhöhle. Der Geruchsinn ist bei den Forellen hauptsächlich ein Fernsinn; er ermöglicht den Lachsen z.B. wieder den Weg ins Heimatgewässer zu finden.
Das Gehörorgan beschränkt sich auf ein Innenohr, das vornehmlich der Bestimmung der Lage im Raum dient.
Vom Kopf bis zur Schwanzwurzel verläuft an beiden Seiten ein mit Sinneszellen ausgestatteter Kanal - das Seitenlinienorgan. Dabei habndelt es sich um einen speziellen "Ferntastsinn", mit dessen Hilfe Druckschwankungen registriert werden können.

Wie alle Fische atmen die Forellen über die Kiemen, indem sie das Wasser in die Mundhöhle saugen und an den Kiemenbögen vorbei über die Kiemenspalten nach außen und hinten pressen. Die Zähne werden von innen nach außen ständig neu gebildet und erneuern sich etwa einmal pro Jahr. Auch auf den Kiemenbögen sitzen Zähne (Kiemenreusendornen), die dazu dienen Nahrungsteile aus dem Atemstrom zurückzuhalten.
Der Verdauungstrakt besteht aus einem muskulösen Magen mit Blindschläuchen, einem Mittel- und einem Enddarm. Die Leber ist mehrlappig, die Niere liegt als langes Band oberhalb der Schwimmblase entlang der Wirbelsäule. Die Schwimmblas steht über einen Gang mit dem Darm in Verbindung. Die Niere ist ein wichtiges Ausscheidungsorgan für die Forellen, da im Süßwasser über Haut und Kiemen ständig Wasser in den Fisch eindringt, das wieder aus dem Körper entfernt werden muss.
Die Geschlechtsorgane sind paarig angeordnet. Die lang gestreckten paarigen Hoden münden über einen Samenleiter hinter dem After nach außen, während die Eier bei Reife aus den Eierstöcken frei in die Leibeshöhle fallen und von dort über den Genitalporus nach außen gelangen. Diese anatomische Besonderheit vereinfacht auch die Eigewinnung in der Fischzucht (das "Abstreifen") ganz wesentlich.
Die Eigrößen der Forellen liegen in der Regel zwischen 3 und 6 mm Durchmesser. Die Rogner haben im Durchschnitt 1.000 - 3.000 Eier pro kg Körpergewicht.
Fische können als wechselwarme Tiere generell bis zum Tod wachsen, wobei sich jedoch die Wachstumsrate zunehmend verlangsamt. Forellen werden selten wesentlich älter als 10 - 12 Jahre, das Höchstalter liegt bei ca. 18 Jahren.
Der größte heimische Salmonide ist der Huchen mit einem Maximalgewicht von bis zu 50 kg und einer Länge von bis zu 1,5 m; gefolgt von der Seeforelle mit 30 kg und 140 cm.

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Geschichte der Forellenzucht

Solange es Menschen gibt, ist auch der Fischfang betrieben worden. Im Salzkammergut in Österreich ist die Speerfischerei bereits seit 5.000 Jahren dokumentiert. Von den ersten Anfängen einer eigentlichen Fischzucht bzw,. von der Anlage von Teichen berichten die römischen Schriftsteller Cicero und Plinius im ersten Jahrhundert vor Christus. Demnach haben haben einige reiche Römer Fischteiche und -Becken angelegt. Es handelte sich dabei wohl überwiegend um Hälteranlagen zur "Aufbewahrung" lebender Fische.
Der Beginn der eigentlichen Zucht liegt in den Jahren um 500 n. C. - aus dieser Zeit stammen Berichte über die Zucht von Karpfen im Bereich der unteren Donau. Die Entstehung der vielen Klöster im Mittelalter hat der Karpfenzucht zu großem Aufschwung verholfen. Aus dem 16. Jahrhundert stammen auch die ersten Bücher über die Teichwirtschaft, mit Anleitungen zur Jahrsklassenzucht, Einrichtung von Laich- und Brutteichen, Fütterungsplänen und Methoden zur Krankheitsbekämpfung.

Während die Karpfenzucht im Mittelalter also schon in höchster Blüte stand, ist die Forellenzucht wesentlich jüngeren Datums ! Sie entstand aus dem Bedarf an Fischen für den Besatz der Fließgewässer, deren Bestände durch die zunehmende Zersplitterung der Fischereirechte und die damit verbundene starke Nutzung stark zurückgingen.
In der ersten Hälfte des 18.Jahrhunderts kam der deutsche Landwirtssohn Stephan Ludwig Jacobi (1711 - 1784) auf die Idee, den laichreifen Fischen Eier und Samen zu entnehmen, die Eier künstlich zu befruchten und zur Entwicklung zu bringen. Seine diesbezüglichen Versuche gerieten jedoch in Vergessenheit und wurden erst ein Jahrhundert später um 1840 in Frankreich an der Mosel wieder aufgenommen und fortgeführt. Daraus entstand in Hüningen dann 1854 der erste staatliche Forellenzuchtbetrieb, die spätere Kaiserlich-Deutsche Reichsanstalt. In der Folge entwickelte sich die "künstliche Forellenzucht" auf breiter Basis in Mitteleuropa.
Sie beschäftigten sich zunächst ausschließlich mit der Vermehrung und Aufzucht der heimischen Forellen und Lachse - der Bachforelle, der Meerforelle und dem atlantischen Lachs. Parallel dazu entstanden die Vorläufer der verschiedenen Fischereiorganisationen und -verbände, die sich die Förderung der künstlichen Fischzucht und eine systematische Besetzung der Gewässer mit Jungfischen zum Ziel setzten.
Ab 1870 wurden Forellen und Lachse auch in Amerika erbrütet.
Ein wesentlicher Meilenstein in der Geschichte der Forellenzucht war die Einfuhr der ersten Regenbogenforellen zwischen 1880 und 1890 aus Kalifornien. Bei neuerlichen Importen zwischen 1907 und 1926 wurden weitere Arten und Unterarten aus der Verwandtschaftsgruppe der Regenbogenforellen (Steelhead, Shasta; Kamloops-Rotband) aus dem Nordwesten von Amerika eingeführt, weitergezüchtet und vermischt. Sie wurden nicht auseinander gehalten, sondern vermischt als "Regenbogenforelle" gezüchtet und verkauft. Wie keiner anderen "Art" gelang der Regenbogenforelle eine künstliche Verbreitung um die ganze Welt. Heute spielt sie bei der Produktion von Speisefischen in der Forellenzucht die zentrale Rolle !

Zusammen mit der Regenbogenforelle wurde aus Nordamerika auch der Bachsaibling bereits um 1884 bei uns eingeführt. Der Bachsaibling hat zwar bei weitem nicht diese Entwicklung erfahren, wie die Regenbogenforelle, inzwischen ist er jedoch zumeist als Kreuzung mit dem Seesaibling (Elsässer Saibling oder Bröding) auch bei uns als Speisefisch von einiger Bedeutung, zumal er besonders an niedere Wassertemperaturen angepasst ist.

Zu Beginn der Forellenzucht wurden als Futter Schlachtabfälle, Innereien, Molkereiprodukte sowie Futterfische eingesetzt. In den 1950er Jahren erfolgte die Einführung von industriell gefertigtem Mischfutter. Seit dem haben sich die Kenntnisse, Methoden und die Technik in der Forellenzucht rasant weiterentwickelt.

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 Forellenzucht

Die Forellenproduktion ist in Österreich überwiegend in Form von Familienbetrieben klein strukturiert - die Produktion einiger weniger größerer Betriebe liegt bei 400 bis 800 Tonnen pro Jahr. Der Großteil der übrigen Betriebe produziert unter 50 Tonnen pro Jahr und vermarktet die erzeugten Forellen überwiegend selbst direkt an den Endverbraucher oder über Einzelhändler. Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl kleiner Direktvermarkter, die die Forellenzucht entweder als zusätzliches Standbein neben der traditionellen Landwirtschaft oder zusammen mit einem Gastronomie-betrieb betreiben.

Die Fischzucht ist ein Teil der Landwirtschaft !
Die typische Forellenzucht in Österreich besteht aus Naturteichen und einer guten Wasserversorgung mit sommerkühlem Quellwasser. Für die Forellenzucht ist die Menge und die Qualität des zufließenden Wassers von ausschlaggebender Bedeutung. Forellen und Saiblinge lassen sich nur in reinem, kühlem und sauerstoffreichen Wasser von bester Qualität erfolgreich aufziehen. Dabei können mit einem Zufluss von einem Liter pro Sekunde zwischen 70 und 100 kg Forellen gehalten werden. Das Wasser fließt durch die Teiche und versorgt die Fische mit Sauerstoff. Für eine artgerechte Haltung muss der Zufluss so hoch sein, dass das Wasser in den Teichen zumindest 4 - 5 mal pro Tag ausgetauscht wird. Forellenzucht wird also im Durchfluss betrieben.

Forellen und Saiblinge sind Räuber - in der Natur fressen sie zunächst vorwiegend Insekten und Insektenlarven, später auch Fische, wie zum Beispiel Koppen und Elritzen, aber auch kleinere Individuen der eigenen Art. Forellen sind also durchaus kannibalisch. In der Fischzucht müssen sie daher regelmäßig mit einem proteinreichen Futter gefüttert werden.

Das Futter muss hohen Qualitätsstandards genügen - neben dem Bedarf an Eiweiß mit dem entsprechenden Aminosäurenmuster müssen auch die spezifischen Ansprüche der Forellen in Bezug auf ungesättigte Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe gedeckt werden. Gleichzeitig unterliegen die verwendeten Futtermittel strengen Kontrollen in Bezug auf Inhaltsstoffe und Zusammensetzung.
Pelletiertes Trockenfutter gibt es seit den 1960er Jahren. In den 1980er Jahren revolutionierte die Extrusionstechnik die Qualität der Futtermittel - durch den Aufschluss der Stärke ist eine wesentlich bessere Verdaulichkeit gegeben, höhere Energiegehalte und damit bessere Umsatzraten wurden möglich, bei gleichzeitig wesentlich verringerten Ausscheidungen.
Das Forellenfutter besteht aus überwiegend aus Protein, Fett, Kohlenhydraten und Rohfaser. Das Rohmaterial für die Herstellung des Futters setzt sich zu 30 % aus Fischmehl, zu 15 % Fischöl und zu 55 % aus pflanzlichen Stoffen zusammen. Der pflanzliche Anteil wird durch die ständige Forschung auf diesem Gebiet fortwährend gesteigert.

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Vom Ei bis zum Speisefisch in Wort und Bild

Geschlechtsreif werden die Forellen mit 3 - 5 Jahren. Sie sind getrennt geschlechtlich - es gibt also Männchen und Weibchen. Die Männchen heißen Milchner und die Weibchen Rogner.
Unsere heimischen Forellen, die Seesaiblinge und die Bachsaiblinge sind Herbstlaicher. Bei den Regebogenforellen gibt es Herbst- und Frühjahrslaicher, die Äsche und der Huchen laichen im Frühjahr.

In der Natur legen die Forellen ihre Eier zwischen Oktober und Dezember in den gut durchströmten Kies der Bäche und Flüsse ab. Dazu schlagen sie mit der Schwanzflosse Laichgruben und geben dabei ihre Geschlechtsprodukte ab.

In der Fischzucht werden die Geschlechtsprodukte der laichreifen Fische "abgestreift" - durch leichten Druck entlang der Bauchseite fließen die Eier und der Samen (Milch) aus der Geschlechtsöffnung. Beides wird vermischt und nach Zugabe von Wasser erfolgt die Befruchtung. Danach quellen die ursprünglich sehr weichen Eier durch die Aufnahme von Wasser, nehmen ganz wesentlich an Größe zu und werden relativ hart.

Die Eier werden dann in Gitterboxen unter Wasser in Aufzuchtrinnen oder so genannten Brutschränken aufgelegt.

  

  

Die optimale Erbrütungstemperatur liegt bei 7 - 8 °C. Die Wasserqualität für Eier und Brut muss so gut als möglich sein. Die Erbrütungsdauer von der Befruchtung bis zum Schlupf beträgt je nach Temperatur 1 bis 2 Monate. Die Eier sind speziell in der ersten Phase der Entwicklung stoß- und lichtempfindlich.

 


Die Larven besitzen einen Dottersack, den sie im Laufe von 2 - 4 Wochen aufbrauchen. In dieser Zeit bleibe sie noch recht unbeholfen am Boden liegen. Erst dann füllen sie ihre Schwimmblase und gehen zur aktiven Nahrungsaufnahme über.
Die Aufzucht erfolgt zunächst in Rund- oder Langstrombecken und erst nach etwa 2 Monaten kommen sie in einer Größe um 6 cm als Fingerling in größere Becken oder Teiche.

 


Frühestens nach weiteren 12 Monaten haben die schnellwüchsigsten Forellen ein Portionsgewicht von ca. 350 g erreicht.

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Produktionsstandards

Für Qualitätsforellen aus unseren Forellenzuchten ist die gute fachliche Praxis ein Standard !

Was bedeutet die "gute fachliche Praxis" in der Fischzucht ?

Fischhaltung unter optimalen Bedingungen
Zu Grunde gelegt wird die strikte Einhaltung aller die Speisefisch-produktion betreffenden gesetzlichen Bestimmungen. Deshalb wird in unseren Produktionsempfehlungen keine der zahlreichen Selbstverständlichkeiten wie z. B. das Verbot des Einsatzes von Hormonen und Antibiotika als Wachstumsförderer oder die Einhaltung lebensmittelrechtlicher Grenzwerte erwähnt.

Worauf Sie sich verlassen können!
Eine erfolgreiche und nachhaltige Fischerzeugung orientiert sich grundsätzlich an folgenden Prämissen:
art- und tierschutzgerechte Handhabung der Fische, lebensmittelgerechte und verbraucherorientierte Erzeugung,
optimierte Hygiene und Tiergesundheit, umweltverträgliche Aufzucht.

Wasserqualität
Die Aufzucht erfolgt ausschließlich in sauberem Quell- und Bachwasser der Gewässergütestufe 1 oder 2 gemäß der amtlichen Beurteilung.

Besatzauswahl
Verwendet werden nur Nachkommen aus Beständen, die sich in der Speisefischaufzucht bewährt haben. Gentechnisch veränderte Tiere sind ausgeschlossen.

Haltung
Die Forellen aller Altersgruppen werden artgerecht und dadurch stressarm in gut durchströmten und sauberen Teichen, Becken oder Rinnen, nach Größen sortiert, in optimal sauerstoffhaltigem Wasser aufgezogen. Die Besatzdichte ist der Wasserqualität und dem Sauerstoffgehalt angepasst.

Fütterung
Die Fische werden artgerecht, -an die Größe, die Wassertemperatur und den Sauerstoffgehalt angepasst -mit ernährungsphysiologisch hochwertigen Futtermitteln gefüttert. Die verwandten Futtermittel unterliegen ständiger Kontrolle nach Futtermittelrecht.

Tiergesundheit
Die Fischgesundheit wird in erster Linie durch artgerechte Haltung sowie optimale Hygiene gewährleistet. Der Fischbestand unterliegt einer regelmäßigen fachtierärztlichen Betreuung. Therapeutische Behandlungen erfolgen ausschließlich nach vorheriger Untersuchung und Diagnose durch den Fachtierarzt. Art und Menge der verwendeten Therapeutika wird protokolliert und die Einhaltung von Wartezeiten gewährleistet. Ein prophylaktischer Einsatz von Arzneimitteln findet nicht statt. Hygienemaßnahmen (z.B.: Desinfektion der Arbeitsgeräte, Teichreinigung) werden regelmäßig durchgeführt und dokumentiert.

Umweltschutz:
Die Erzeugung erfolgt umweltschonend nach dem Stand der Technik. Insbesondere werden ausschließlich hochwertige, hochverdauliche Futtermittel eingesetzt. Auf die jeweiligen Fischgrößen und die Wasserqualität abgestimmte Futterrationen gewährleisten eine geringe Einwirkung auf die Gewässer. Sofern notwendig, erfolgt zusätzlich eine Behandlung des abfließenden Wassers.

Handhabung und Transport:
Die Handhabung der Fische (z.B.: Sortierung nach der Fischgröße, Wiegung,...) und die Abfischungen erfolgen tierschutzgerecht, d.h. schonend und unter höchstmöglicher Stressvermeidung. Der Transport wird von sachkundigem Personal in geeigneten Spezialbehältern unter Gewährleistung einer optimalen Sauerstoffversorgung in dafür ausgerüsteten Fahrzeugen durchgeführt.

Vorbereitung zur Schlachtung:
Zur Sicherstellung einer optimalen Fleischqualität werden die schlachtreifen Fische mindestens dreißig Tagesgrade (z. B. 3 Tage bei 10°C Wassertemperatur) in sauberem, nicht vorgenutztem Wasser in artgerechter Hälterung ausgenüchtert. Fische mit sichtbaren Mängeln werden ausgesondert.

Schlachtung und Verarbeitung:
Der gesamte Schlachtvorgang wird tierschutzgerecht schnellstmöglich und unter Vermeidung von Stress durchgeführt. Die Betäubung erfolgt unmittelbar nach der Entnahme aus der Hälterung. Danach werden die Fische unverzüglich in den dafür vorgesehenen Räumlichkeiten und ausschließlich mit den dafür vorgesehenen Geräten geschlachtet und verarbeitet. Geschlachtete und zur Aufbewahrung bestimmte Fische werden einer sofortigen Kühlung zugeführt.

Umwelt und Nachhaltigkeit:
Forellen, Saiblinge und Äschen sind in der Durchflussanlage absolut umweltfreundlich und nachhaltig produzierbar !
Dass auch das Ablaufwasser unserer Forellenzuchten von guter Qualität ist und unsere natürlichen Gewässer nicht belastet, verdanken wir einem Gesamtkonzept bestehend aus extrudierten Futtermitteln bester Qualität, einem modernen Fütterungsregime, optimalen Sauerstoffverhältnissen und gegebenenfalls den Einsatz von Einrichtungen zur Wasserreinigung.
Allein die Entwicklung moderner Futtermittel bewirkte eine Reduktion von Stickstoff und Phosphat im Wasser innerhalb von 20 Jahren auf ein Sechstel der ursprünglichen Werte Anfang der 1980er Jahre (Statt 180 kg N und 30 kg P im Jahr 1980 nur noch 30 kg N und 5 kg P Pro 1.000 kg Forellen im Jahr 2000).

Nach wie vor besteht das verwendete Futter zu etwa einem Drittel aus Fischmehl. Allerdings ist die Verwendung von Fischmehl in der Forellenzucht nicht nur artgerecht und zweckmäßig, sondern entgegen der landläufigen Meinung eine sehr effiziente Form zur Produktion von hochwertigen Speisefischen. Die zur Fischmehlerzeugung verwendeten pelagischen Kleinfischarten werden anderweitig nicht genutzt, gleichzeitig liegt die Umsatzrate in der Aquakultur derzeit zwischen 2 - 3,5, das heißt in der Fischzucht liefern 2,0 und 3,5 kg Futterfische in Form von Fischmehl ein kg Speisefische, während in der Natur ein wilder Lachs oder ein Dorsch zwischen 8 und 10 kg der kleinen Fische fressen muss, um den selben Zuwachs zu erreichen !

Kleiner Auszug aus der Statistik:
FISCHKONSUM, IMPORTE UND EIGENPRODUKTION IN ÖSTERREICH (Aquakulturerhebung ÖSTAT 2003)
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch in Österreich liegt derzeit bei 6,2 kg pro Jahr (Vergleich BRD: 15,0 kg). Der Pro-Kopf-Verbrauch an Fisch ist in Österreich zwar im europaweiten Vergleich niedrig, jedoch ständig im Steigen begriffen. Zudem ist der Süßwasserfisch derzeit nur ein Nischenprodukt, überwiegend wird Meeresfisch und Lachs verzehrt. Der Anteil der Forellen am heimischen Fischkonsum beträgt noch unter 1 kg pro Kopf und Jahr ! Dazu kommt, dass nur etwa die Hälfte des Bedarfes an Forellen aus der regionalen Produktion stammt - die andere Hälfte ist billigere Importware !

Die Gesamtproduktion an Salmoniden (überwiegend Regenbogenforellen) in Österreich ist in den letzten Jahren von 3.100 auf 2.500 Tonnen (2005) pro Jahr gesunken, davon sind 82 % Speisefische.
Gleichzeitig steigen die Importe an Süßwasserfischen stetig an und liegen inzwischen auf über 9.000 t. Davon sind etwa 2.800 Tonnen Salmoniden (ohne Lachs) - also genau das Marktsegment, das der heimischen Forellenzüchter bedient.

Wenn dieser Trend anhält, gibt es für die Forellenzüchter in Österreich keine Entwicklungschancen in der Zukunft, ganz im Gegenteil ! Was spricht dafür, einen Fisch aus anderen Ländern zu importieren, den wir in der regionalen Produktion in unserem klaren Wasser besser und gesünder erzeugen und noch dazu lebendfrisch auf den Tisch bringen können ?

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